Die Silvesternacht bedeutet für viele Menschen Freude, bunte Lichter und den Beginn eines neuen Jahres. Für Tiere jedoch ist sie eine der belastendsten und gefährlichsten Nächte überhaupt. Während wir den Himmel bewundern, erleben Haustiere und Wildtiere einen Ausnahmezustand, der für viele von ihnen mit Angst, Orientierungslosigkeit und oft sogar mit dem Tod endet. Die lauten Explosionen der Böller erreichen Geräuschpegel, die für Tiere kaum auszuhalten sind. Ihre feinen Sinne reagieren auf jeden Knall mit Panik, und selbst Tiere, die sonst gelassen wirken, geraten in dieser Nacht in einen Zustand tiefster Verunsicherung. Hunde und Katzen verkriechen sich, zittern, hecheln oder versuchen in ihrer Angst zu fliehen, was nicht selten zu Verletzungen führt. Doch während Haustiere zumindest Schutz in Wohnungen finden können, trifft es Wildtiere ungleich härter. Vögel starten in panischer Flucht in die Dunkelheit, verlieren die Orientierung, kollidieren mit Gebäuden oder fallen erschöpft zu Boden. Rehe, Füchse und Hasen fliehen kopflos durch Wälder und Felder, verletzen sich an Zäunen oder geraten auf Straßen. Der extreme Stress kann bei vielen Tieren zu Herzversagen führen – besonders bei kleinen Arten, die ohnehin geschwächt durch den Winter kommen. Auch in diesem Jahr wurden nach Silvester wieder vermehrt tote Vögel und verunfallte Wildtiere gefunden, ein trauriger Beleg dafür, wie sehr sie unter dem Lärm leiden. Die Dunkelziffer ist hoch, denn viele Tiere sterben unbemerkt im Wald oder auf Feldern. Trotz wachsendem Bewusstsein für das Problem bleibt die Silvesternacht für Tiere ein Albtraum. Immer mehr Menschen sprechen sich für leisere Alternativen oder professionelle Lichtshows aus, doch solange private Böller frei verfügbar sind, wird sich an der Situation wenig ändern. Die Ereignisse der vergangenen Silvesternacht zeigen erneut, wie dringend ein Umdenken nötig ist. Was für uns ein kurzes Spektakel ist, bedeutet für Tiere Todesangst – und für viele das Ende ihres Lebens. Ein Jahreswechsel sollte ein Neuanfang sein, doch für unzählige Tiere endet er tragisch. Es liegt an uns, Traditionen so zu gestalten, dass sie nicht auf Kosten anderer Lebewesen gehen.
