Ein aktueller Tollwutfall in Rheinland‑Pfalz hat Anfang 2026 bundesweit Besorgnis ausgelöst. In Hochdorf‑Assenheim wurde bei einem jungen Hund, der aus Russland nach Deutschland gebracht worden war, das klassische Tollwutvirus nachgewiesen. Das Tier war wenige Tage zuvor verstorben, nachdem es neurologische Symptome gezeigt hatte. Laut Veterinäramt bestand für Kontaktpersonen nach Abschluss der Untersuchungen keine Gefahr mehr.
Besonders brisant ist der Fall, weil Deutschland seit 2008 offiziell als frei von terrestrischer Tollwut gilt. Die Begleitpapiere des Hundes wiesen eine gültige Tollwutimpfung aus, doch Untersuchungen ergaben, dass der Impfpass vermutlich gefälscht war und das Tier jünger war als angegeben. Damit war die Einfuhr nicht regelkonform, und der Verdacht auf illegalen Welpenhandel steht im Raum.
Fachverbände wie die Bundestierärztekammer warnen angesichts dieses Falls erneut vor den Risiken des Auslandstierschutzes, insbesondere wenn Tiere aus Regionen stammen, in denen Tollwut weiterhin verbreitet ist. Gefälschte Impfnachweise und unklare Herkunft gefährden sowohl Tier‑ als auch Menschengesundheit. Die Behörden betonen, dass strenge Kontrollen, seriöse Vermittlungsstellen und korrekt dokumentierte Impfungen entscheidend sind, um solche Fälle zu verhindern.
Der Vorfall macht deutlich, wie wichtig es ist, importierte Hunde sorgfältig zu prüfen und nur aus vertrauenswürdigen Quellen zu übernehmen. Auch wenn Deutschland als tollwutfrei gilt, bleibt die Gefahr durch illegal eingeführte Tiere real und erfordert weiterhin Aufmerksamkeit.
Auch für Hunde, die dauerhaft in Deutschland leben und niemals ins Ausland reisen, bleibt eine gültige Tollwutimpfung daher wichtig. Sie schützt nicht nur das einzelne Tier, sondern verhindert auch, dass eingeschleppte Fälle – wie der aktuelle – überhaupt eine Chance haben, sich auszubreiten. Da Tollwut nach Ausbruch der Symptome immer tödlich verläuft, ist eine konsequente Grundimmunisierung und regelmäßige Auffrischung ein zentraler Bestandteil des vorbeugenden Gesundheitsschutzes.
